Wie funktioniert der Sonnenuntergang? Erklärung
Wann gilt die Sonne als untergegangen, warum unterscheidet sich die Zeit von Ort zu Ort, und warum ist der früheste Sonnenuntergang nicht am kürzesten Tag? Die Astronomie hinter den Zeiten auf dieser Seite – verständlich erklärt.
Das Wichtigste in Kürze
- Offiziell ist die Sonne untergegangen, wenn ihr oberer Rand den Horizont berührt; durch die Lichtbrechung steht ihr Mittelpunkt dann 0,833° unter dem Horizont.
- Pro Längengrad verschiebt sich der Sonnenuntergang um etwa vier Minuten. Zwischen Görlitz und Aachen sind es rund 36 Minuten.
- Die Zeitgleichung verschiebt den Sonnenhöchststand um bis zu eine Viertelstunde – deshalb ist der früheste Sonnenuntergang schon Mitte Dezember.
- Berge, Gebäude und Wolken lassen die Sonne oft früher verschwinden als berechnet; auf Gipfeln geht sie später unter.
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Wann ist die Sonne untergegangen?
Astronomen sprechen von Sonnenuntergang, wenn der obere Rand der Sonne den Horizont berührt – nicht ihr Mittelpunkt. Außerdem bricht die Atmosphäre das Licht ein wenig (Refraktion): Wir sehen die Sonne noch, obwohl sie geometrisch schon unter dem Horizont steht. Beides zusammen ergibt etwa 0,83 Grad. Deshalb ist es zur Tagundnachtgleiche auch nicht genau zwölf Stunden hell, sondern am 20. März 2026 in der Mitte Deutschlands 12 Std. 10 Min.
Warum unterscheidet sich die Zeit von Ort zu Ort?
Ost und West
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst: 360 Grad, also ein Grad in vier Minuten. Deutschland erstreckt sich über rund neun Längengrade, von Aachen (6° O) bis Görlitz (15° O). Orte im Osten drehen sich früher von der Sonne weg. Zur Tagundnachtgleiche geht die Sonne in Görlitz deshalb rund 36 Minuten früher unter als in Aachen – obwohl beide Städte dieselbe Uhrzeit haben. Innerhalb der Mitteleuropäischen Zeitzone (die sich am 15. Längengrad orientiert) gehen fast alle Uhren in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Sonne „voraus“.
Nord und Süd
Die geografische Breite bestimmt die Tageslänge. Im Sommer sind die Tage im Norden länger, im Winter kürzer. Dieser Effekt ist an den Sonnenwenden am größten und verschwindet an den Tagundnachtgleichen. Deshalb kann ein nördlicher Ort im Juni einen späteren und im Dezember einen früheren Sonnenuntergang haben als ein südlicher Ort auf demselben Längengrad.
Die Zeitgleichung
Stünde die Sonne jeden Tag genau um 12 Uhr Ortszeit am höchsten, würden sich Auf- und Untergang symmetrisch um den Mittag verschieben. Das ist nicht so. Die Erde läuft auf einer Ellipse um die Sonne, und die Erdachse ist geneigt. Dadurch geht die „Sonnenuhr“ im Jahresverlauf bis zu etwa einer Viertelstunde vor oder nach. Diese Abweichung heißt Zeitgleichung.
Die bekannteste Folge: Der früheste Sonnenuntergang ist schon Mitte Dezember, der späteste Sonnenaufgang erst Anfang Januar – obwohl der kürzeste Tag um den 21. Dezember liegt. Auch im Sommer sieht man den Effekt: Der früheste Sonnenaufgang liegt ein paar Tage vor, der späteste Sonnenuntergang ein paar Tage nach dem längsten Tag.
Warum dauert die Dämmerung bei uns so lange?
Am Äquator geht die Sonne fast senkrecht unter; nach einer Viertelstunde ist es dunkel. In Mitteleuropa, zwischen etwa 46 und 55 Grad nördlicher Breite, sinkt sie schräg ab und braucht viel länger, um 6, 12 oder 18 Grad unter den Horizont zu gelangen. Im Juni wird es im Norden deshalb nachts gar nicht ganz dunkel – mehr dazu unter Dämmerung.
Warum sehe ich die Sonne manchmal früher verschwinden?
Die berechnete Zeit gilt für einen flachen Horizont auf Meereshöhe – wie am Strand. In der Stadt verdecken Häuser die Sonne früher, in den Alpen verschwindet sie oft lange vor der berechneten Zeit hinter einem Bergkamm. Eine Wolkenbank im Westen hat dieselbe Wirkung. Umgekehrt sieht man die Sonne auf einem Gipfel oder Aussichtsturm länger: Für Bergorte wie die Zugspitze rechnen wir deshalb mit der Höhe.
Auch die Lichtbrechung schwankt mit Temperatur und Luftdruck. Über kaltem Meerwasser erscheint die Sonne manchmal verzerrt oder abgeplattet, und mit etwas Glück zeigt sich im letzten Moment der berühmte grüne Blitz.
Wie berechnet diese Seite die Zeiten?
Alle Zeiten auf SonnenuntergangHeute.de beruhen auf dem Sonnenalgorithmus der US-Behörde NOAA, der auf Jean Meeus' Standardwerk Astronomical Algorithms zurückgeht. Wir berechnen die Position der Sonne für die Koordinaten jedes Ortes, berücksichtigen Refraktion und Sonnenradius und rechnen in mitteleuropäische Zeit inklusive Sommerzeit um. Die Ergebnisse stimmen in der Regel auf die Minute mit amtlichen Tabellen überein. Mehr zur Methodik: Über uns.